01.07.2021

Mit Strategie zum Erfolg

Die Stimmung steigt, nicht nur an der Börse. Glaubt man den Wirtschaftsindikatoren, stehen wir vor einem kräftigen Aufschwung. Und doch sind wir weit entfernt von Euphorie. Hohe Anlagepreise heute bedeuten tiefere Renditen in der Zukunft. Unsere Altersvorsoge wackelt, die Klimakrise scheint unabwendbar und die Folgen der Corona-Krise werden herausfordernd. Die Liste der ungelösten grossen Probleme ist lang und unsere überbordende Fiskal- und Geldpolitik hat sie nicht kürzer gemacht. Gefragt ist eine weitsichtige Planung.

Das Entwickeln und Befolgen einer Strategie zum Nutzen unserer Kunden gehört für uns als Vermögensverwalter wie für jedes andere marktwirtschaftlich geführte Unternehmen zum Alltag. Verwaltung und Politik agieren hingegen anders: Es ist nicht einzusehen, weshalb z.B. die Sanierung der 1. und 2. Säule von der Politik auf die lange Bank geschoben wird oder lokal die Stadt Winterthur keinen strategischen Plan zur Sanierung der Finanzen erarbeitet. Die Rahmenbedingungen werden künftig nicht einfacher werden.

Die konjunkturellen Aussichten bleiben derzeit weiterhin ausgezeichnet. Das sich bereits auf hohem Niveau befindende globale Konjunkturklima stieg auch im vergangenen Monat weiter an. Das Tempo der Erholung wird allerdings nicht beibehalten werden können. Dunkle Wolken, welche diese abwürgen könnte, sind aber kaum auszumachen. Von den ausgezeichneten Wirtschaftsaussichten profitiert auch die Schweizer Wirtschaft. Insbesondere in der Industrie läuft es hervorragend. Generell lässt sich der Schweizer Export sehr gut mit zwei Faktoren erklären: die Konjunkturstimmung in den Absatzmärkten und der Erstarkung des Frankens. Während die Wirtschaftsleistung aktuell Höchstwerte erklimmt, ist der CHF gemessen an der jüngsten Geschichte eher tiefer bewertet. Die Inflationsraten liegen im Ausland aktuell deutlich höher als in der Schweiz, was dazu geführt hat, dass der CHF gemessen an der Kaufkraftparität an Wert verloren hat. Handelsgewichtet ist er damit nur noch leicht höher. In der Kombination führt dies zu einem sehr guten Ausblick für den Schweizer Export. Aus einem internationalen Blickwinkel steht der US-Arbeitsmarkt im Fokus des Interesses. Dessen Entwicklung ist entscheidend, wie es mit der US-Inflation weitergeht, was wiederum für Konjunktur und Finanzmärkte wegweisend sein wird.

Das Narrativ, dass Inflation per se schlecht sei für die Aktienmärkte hat sich jüngst etwas abgeschwächt. Entscheidend ist, woher die höheren Inflationserwartungen kommen. Aktuell tragen vor allem die guten Konjunkturaussichten und wie oben beschrieben ein besserer US-Arbeitsmarkt zu dieser Tendenz bei. Langfristig sollte das zu entsprechendem Wachstum führen, was wiederum sehr positiv wäre für die Entwicklung der Aktienpreise. Gemäss unserem Bewirtschaftungskonzept (WCGROB) ist der Trend und das Momentum für die Aktienmarktentwicklung nach wie vor intakt. Bei einige Aktien nähern sich die Risikosignale aber bereits den Höchstständen, bei einigen anderen besteht noch Luft nach oben.

Winterthur Consulting Group AG
Rolf Gloor / Dr. Ralph Peterli

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