21.05.2021

Verkehrsverbände lehnen Projekt zur Sanierung des Etzbergkreisels ab

Die Verkehrsverbände ACS, Pro Velo, TCS, VCS und Winterthur: agil – mobil lehnen die vom Stadtrat vorgesehene Sanierung des Etzbergkreisels ab. Mit dem Neugestaltungsprojekt sollte der heutige Unfallschwerpunk saniert werden, stattdessen werden neue Gefahrenstellen geschaffen.

Vom 26. März bis zum 26. April 2021 hat der Stadtrat das Projekt zur Sanierung und Neugestaltung des Etzbergkreisels öffentlich zur Mitwirkung aufgelegt. Die Verkehrsverbände ACS, Pro Velo, TCS, VCS und Winterthur: agil – mobil haben sich im Mitwirkungsverfahren weitgehend negativ geäussert. Sie lehnen das Neugestaltungsprojekt in dieser Form ab und fordern eine Überarbeitung in weiten Teilen.

Zwar wird die fehlerhaft überbreite Kreiselfahrbahn nun richtigerweise auf eine Breite von 4.50 reduziert. Dies verhindert künftig kritische oder gar gefährliche Situationen, da im Kreisel selbst das Überholen mit dieser Massnahme verunmöglicht werden kann.

Nicht verständlich ist jedoch das Vorhaben die Kreiselzufahrten und auch die Ausfahrten massiv zu verschmälern. Dadurch wird es vielen Fahrzeugen verunmöglicht, Zweiräder mit genügendem Sicherheitsabstand zu überholen. Ein "Abwarten" mit dem Überholvorgang führt hingegen zu "Drängeln" von hinten.

Zweiradfahrer könnten das Überholtwerden verhindern, indem sie in die Fahrspurmitte einspuren. Je nach Verkehrsaufkommen ist dies jedoch nicht vor den Engstellen nötig und das Verhalten (zu frühes Einspuren) wird in der Folge nicht verstanden oder als provokativ empfunden. Bei nicht sauber aus-geführtem Manöver ist es auch gefährlich.

Damit wird es in den zu engen Zufahrtsbereichen zwangsläufig zu heiklen und gefährlichen Situationen kommen. Auch im Fall von Rückstau vor dem Kreisel fehlt dem Zweiradverkehr der notwendige Platz, um bis in den Kreiseleinfahrtsbereich vorfahren und dort richtig einspuren zu können. Ein Ausweichen auf die Trottoirs ist jedoch unerwünscht. 

Bedenklich ist ferner, dass im Hinblick auf die Prävention gegen "Tot Winkel Unfälle" das Sanierungs-projekt keine Verbesserungen mit sich bringt. Denn ausgerechnet im Bereich unmittelbar vor der Kreiseleinfahrt sind keine Massnahmen vorgesehen, welche diese sehr gefährlichen Situationen entschärfen könnte.

Analoges gilt für die Kreiselausfahrten. Die massiven Verschmälerungen der Fahrbahnen auf nur noch vier Meter führt zu gefährlichen, knappen Überholmanövern. Die Verkehrsverbände verlangen im Mitwirkungsverfahren daher eine Überarbeitung des Projekts.

Auch die Erstellung einer Fahrbahnhaltestelle für den Bus ist bei diesem Kreisel unnötig. Es bringt nur Nachteile und wird daher von den Verkehrsverbänden abgelehnt.

ACS, Christoph Gross
Pro Velo, Adrian Meyer
TCS, Dieter Kläy
VCS, Kurt Egli
Winterthur: agil – mobil, Christoph Magnusson

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Bert Hofmänner 21.05.2021, 15:18

Wow, nicht das erste Mal, dass sich SÄMTLICHE Verkehrsverbände gegen ein Anliegen der Stadt wehren. Was läuft hier schief?

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