Forum Winterthur

20.07.2026 | Simon Bründler
Studie zeigt: Fehlender Wohnungsbau bremst den Wohnungsmarkt

Der Wohnungsmarkt leidet nicht primär unter steigenden Angebotsmieten, sondern unter einem zu kleinen Angebot. Eine neue Studie von Wüest Partner zeigt, welche Faktoren die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt tatsächlich bremsen.

Warum ziehen viele Menschen kaum mehr um? Oft wird behauptet, die steigende Differenz zwischen Angebots- und Bestandsmieten führe zu einem sogenannten Lock-in-Effekt: Wer eine günstige Wohnung hat, bleibt aus finanziellen Gründen darin. Eine Untersuchung von Wüest Partner zeigt nun ein differenzierteres Bild.

Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen Angebots- und Bestandsmieten in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Schweizweit lagen die Angebotsmieten 2025 durchschnittlich 10,5 Prozent über den Bestandsmieten. Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung entspricht das monatlichen Mehrkosten von rund 190 Franken. Besonders ausgeprägt ist die Differenz in den Kantonen Zug und Genf, während sie in Zürich knapp 20 Prozent beträgt.

Doch erklärt dieser Unterschied wirklich, weshalb Menschen so lange in derselben Wohnung bleiben? Nur teilweise. 

Gemäss der Studie macht die Differenz zwischen Angebots- und Bestandsmieten lediglich rund 22 Prozent der langen Wohndauer aus.

Noch entscheidender ist der Zustand des Wohnungsmarktes selbst. In Regionen mit einem hohen Anteil an Mietwohnungen bleiben Menschen häufiger in ihrer Wohnung, weil die Suche nach einer neuen Wohnung schwieriger ist. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung: Wo mehr gebaut wird, steigt die Liquidität des Wohnungsmarktes. Umzüge werden einfacher und der Lock-in-Effekt nimmt ab.

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: 
Wer einen dynamischeren Wohnungsmarkt will, muss das Angebot ausweiten. Dazu gehören einfachere und schnellere Bewilligungsverfahren, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen sowie moderne Bau- und Zonenordnungen, die zusätzlichen Wohnraum ermöglichen.

Mehr dazu im Beitrag «Überraschende Daten zum Wohnungsmarkt»

Zug wagt ein Wohnbau-Experiment
Um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen, beschreitet der Kanton Zug neue Wege. In «weissen Zonen» soll eine massiv höhere Ausnützung erlaubt werden als normalerweise in der Bauordnung vorgesehen ist. Fürschi Züri hat den Zuger Ansatz genauer angeschaut.
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