Forum Winterthur

03.07.2025
Kunstausstellung «Christa Baumgartner – Nina Gamsachurdia»

Vom 4. Juli bis 12. Juli 2025 lädt der Kulturraum IMTENN zu einer Sommerausstellung mit vielfältigem Begleitprogramm ein. Nach 2020 präsentiert Res Hugi zum zweiten Mal Werke der Zürcher Künstlerin Christa Baumgartner im Kulturraum IMTENN. Als zweite Position stellt, eingeladen durch Hanspeter Schneider, Co-Kurator, in dieser Doppelausstellung die Basler Künstlerin Nina Gamsachurdia aus.

 

Christa Baumgartner (*1950 in Cham) ist eine präzise Beobachterin des alltäglichen Grossstadtlebens. Was ihr auffällt, hält sie mit der Kamera ihres Smartphones fest. Die als mobiles Telefon kaschierte Linse ermöglicht es ihr, unbemerkt Aufnahmen zu machen, sei dies von Strassenszenen, Spiegelungen auf Glasfassaden oder anderen ephemeren Erscheinungen. In ihrem bildnerischen Schaffen stellt man eine gewisse Vorliebe für Brücken, Baustellen, Bahnlinien als Orte des Durchganges und des Wandels fest. Die Künstlerin erklärt ihr Vorgehen: «Hauptsächlich sind meine Bilder inspiriert von meiner Umgebung, die ich auf Spaziergängen erkunde und in Cafés beobachte. Aufregendes wird mit dem Handy fotografiert und im Atelier ausgearbeitet.» Die fotografischen Schnappschüsse sichtet Christa Baumgartner daheim, um eine Auswahl für die Weiterverarbeitung auszuwählen. Die Fotografie dient ihr nicht als Abbildungsvorlage, sondern als Erinnerungsstütze. Ihre Seheindrücke gerinnen zu abstrahierten Kompositionen, welche aus wenigen, manchmal nur einzelnen Bildgegenständen bestehen. Ihre Bilder zeichnen sich durch eine starke, fast poppige Farbigkeit aus. Während des künstlerischen Prozesses wird die Schau-Lust in Mal-Lust transformiert und nicht wenige ihrer Bilder wirken denn auch lustig, wie beispielsweise ein Containerpaar oder der Parasol-Pilz. Neu in ihrem Schaffen ist die verstärkte Präsenz der Natur, sei es in Form von Stadtrand-Landschaften wie dem moosgrünen «Moor Uetliberg» oder den hochformatigen Wellenbildern. Die Inspiration zu diesen Bildern fand sie auf einer mehrwöchigen Schottlandreise.

Auch im Schaffen von Nina Gamsachurdia (*1965 in Tiflis) spielt die Farbe eine zentrale Rolle. Die ursprünglich aus Georgien stammende Künstlerin, Kunsthistorikerin und Restauratorin malt ausschliesslich mit natürlichen Pigmenten. Alle Bilder sind auf Holztafeln gemalt. Die lichtechten Farben stellt die Künstlerin auf traditionelle Art und Weise von Hand oder in einer Steinmühle her – aus echten Edelsteinen und Mineralien wie Jaspis, Malachit, Onyx, Pyrit, Diamant, Opal, Sodalith, Zinnober, Rhodochrosit usw. Die Farben besitzen eine besondere Wertigkeit, Leuchtkraft und Wirkung und werden durch einen Firnis aus verschiedenen Ölen und Harzen wie Weihrauch, Myrre, Bernstein usw. konserviert. Ihre Werke erstrahlen je nach Beleuchtung in unterschiedlichem Glanz.

Neben Gemälden auf Holz zeigt sie in Elsau auch Objekte und Reliefs deren fliessende Form sie gewinnt, indem sie Leinwand oder Tuch in mehreren Schichten mit Marmor, Kreide, mitunter auch Alabaster und Leim grundiert, dann mit Edelmetallen wie Gold und Platin poliert. Mit diesen Arbeiten nähert sich Nina Gamsachurdia, welche aus dem griechisch-orthodoxen Kulturkreis stammt, der katholischen Barockkunst an. Als Künstlerin verbindet sie altes Wissen mit modernem, persönlichem Ausdruck.

Die Künstlerin erklärt ihre Kunst mit folgenden Worten: «Meine sämtliche Technik, Einstellung, Farbsymbolik usw. habe ich aus der Welt der byzantinischen Kunst gelernt (und lerne immer noch). Diese ist mein Ausgangspunkt. Ich bin auch Forscherin und schreibe immer wieder über die theologischen und symbolischen Grundlagen der Kunst. Alles, was ich mache, ist sehr persönlich. Aber meine persönlichen emotionalen Erfahrungen verarbeite ich so, damit sie ‘allgemeingültig’ werden. Was mich interessiert, ist die geistige Welt, in uns und um uns.» In dieser Hinsicht ist Nina Gamsachurdia eine aussergewöhnliche, mutige Künstlerin, welche der Kunst die spirituelle Dimension zurückgibt.

 

Text und Bild: Lucia Angela Cavegn

 

Ausstellungseröffnung am Freitag, 4. Juli 2025, ab 17 Uhr

18.15 Uhr Begrüssung
Vorstellung der Künstlerinnen und deren Schaffen
Buchvernissage «Velum» - Nina Gamsachurdia
Musikalische Einlagen von Duo Martz / Gass
Käse und Wein

Die Ausstellung ist täglich geöffnet vom 5. Juli 2025 bis 12. Juli 2025, jeweils von 14 bis 18 Uhr
Komplettes Veranstaltungsprogramm

 

 

 

KULTURRAUM IMTENN

Hohlgasse 6

8352 Elsau

 

Kontakt. 079 430 39 56, info@imtenn.com

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