10.08.2026 | Dieter Kläy - Kantonsrat FDP
Das Essen nicht vorschreiben
Die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser» (Ernährungsinitiative) will die Ernährungssicherheit stärker über inländische, nachhaltige Produktion sichern. Im September stimmen wir darüber ab.
Kernpunkt ist ein Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 %. Heute liegt dieser bei rund 46 %. Die Idee einer höheren Versorgungsautonomie ist gar nicht so schlecht, der Weg dahin aber fraglich.
Erreichen will die Initiative das Ziel unter anderem über mehr pflanzliche Lebensmittel und eine entsprechend ausgerichtete Land- und Ernährungswirtschaft. 70 % Selbstversorgung sind nur mit massiven Produktions- und Konsumumstellungen erreichbar. Die Wahlfreiheit bei Lebensmitteln wird eingeschränkt. Der Staat gibt faktisch vor, was produziert und konsumiert wird. Durch zusätzliche Regulierungen steigen die Lebensmittelpreise. Bei einer sinkenden Inlandproduktion von tierischen Produkten wird mehr zulasten der Schweizer Produktion importiert. Betroffen vom Arbeitsplatzverlust werden vor allem KMU und Betriebe in der Land- und Ernährungswirtschaft sein. Die Initiative ist nicht realistisch, weshalb sie abzulehnen ist.
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