Forum Winterthur

22.09.2026 | Raphael Tobler
Budget 2027: Mehr Einnahmen und trotzdem ein Defizit

Trotz deutlich höherer Steuererträge budgetiert die Stadt Winterthur für 2027 ein Defizit von 11,6 Millionen Franken. Bis 2030 steigt der jährliche Fehlbetrag auf 44,7 Millionen Franken. Für die FDP Winterthur ist klar: Es braucht verbindliche Entlastungsmassnahmen und ein Ja zur Volksinitiative «Ja zu weniger Schulden». Die erwarteten Steuererträge steigen gegenüber dem Budget 2026 um 34,5 Millionen Franken. Trotzdem bleibt die Rechnung im Minus. Für die Jahre 2027 bis 2030 rechnet die Stadt mit kumulierten Defiziten von rund 87 Millionen Franken.

«Die Stadt nimmt deutlich mehr Geld ein und schreibt trotzdem rote Zahlen. Das zeigt: Wir haben ein strukturelles Ausgabenproblem», sagt Raphael Tobler, Präsident der FDP Winterthur.

Gleichzeitig wächst der Stellenplan um netto 80,82 Vollzeitstellen. Davon entfallen 29,4 Stellen auf den steuerfinanzierten Haushalt. Die FDP anerkennt den zusätzlichen Bedarf in Pflege, Alterszentren und Sonderschulung. Neue Stellen in Verwaltung, Stäben und strategischen Funktionen müssen jedoch kritisch geprüft und wo immer möglich intern kompensiert werden.

Entlastung von 25 Millionen reicht nicht

Die FDP begrüsst, dass der Stadtrat mit «Haushaltsentlastung 2030» ein Entlastungsprogramm lanciert. Das angestrebte Volumen von jährlich 25 Millionen Franken genügt jedoch nicht. Bei einem prognostizierten Defizit von 44,7 Millionen Franken im Jahr 2030 bleibt eine Lücke von rund 20 Millionen Franken.

Die FDP fordert deshalb:

  • einen verbindlichen Entlastungspfad bis 2030,
  • die Überprüfung zusätzlicher Verwaltungsstellen,
  • eine klare Priorisierung der Investitionen,
  • keine neuen freiwilligen Aufgaben ohne Gegenfinanzierung,
  • keine Steuererhöhung.

Ja zu weniger Schulden

Das Budget bestätigt die Notwendigkeit der von FDP lancierten Volksinitiative «Ja zu weniger Schulden». Sie verlangt, dass die Nettoschuld so weit reduziert wird, bis sie die jährlichen Steuereinnahmen nicht mehr übersteigt. Der Schuldenabbau soll über die Ausgabenseite und nicht über höhere Steuern erfolgen.

«Freiwillige Absichtserklärungen reichen nicht. Winterthur braucht ein verbindliches Ziel, damit die Schulden tatsächlich sinken und nicht der nächsten Generation überlassen werden», so Tobler.

Die FDP Winterthur wird das Budget nun im Detail prüfen und gezielte Entlastungsanträge vorbereiten.

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