17.05.2025
Am Sunntig zellts! Für einen starken Wirtschaftsstandort Zürich
Am kommenden Sonntag fällen wir Stimmbürger einen wegweisenden Entscheid: Der Kanton Zürich befindet über eine Senkung der Gewinnsteuer. Eine gewöhnliche Vorlage möchte man meinen. Doch der Widerstand, der ihr in den vergangenen Wochen entgegenschlug, war alles andere als für eine kantonale Vorlage üblich. Gleich drei Referenden wurden eingereicht, um die Opposition von Beginn an medial möglichst wirksam zu demonstrieren.
Seither scheuen sich die Gegnerinnen und Gegner nicht, mit populistischen Parolen zu operieren: Es ist die Rede von skandalösen «Steuersubventionen für Grosskonzerne», die darüber hinaus ins Ausland abfliessen würden und zuletzt auch noch von allen anderen bezahlt werden müssten. Ziel dieser Rhetorik ist es offenkundig, die SVP-Basis und wachstumskritische Kreise zu mobilisieren. Diese Tonalität ist auf kantonaler Ebene neu und stimmt nachdenklich.
Selbstverständlich profitieren grössere Unternehmen in absoluten Zahlen stärker von einer Steuersenkung als kleinere. Wer daraus aber ableitet, dass KMU leer ausgehen und die Bevölkerung dafür aufkommen müsse, ignoriert die ökonomischen Zusammenhänge oder möchte sie gezielt verzerren. Der Kanton Zürich steht im Wettbewerb, nicht nur mit anderen Kantonen, sondern weltweit. Unsere hervorragende Infrastruktur, die ETH, die hohe Lebensqualität und Rechtssicherheit machen uns attraktiv, doch all dies hat einen Preis und muss finanziert werden. Dies gelingt nur mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum. Und dieses entsteht nicht ohne die grossen Unternehmen, die investieren, Arbeitsplätze schaffen, Aufträge an kleinere Betriebe vergeben und jungen Menschen globale Karrieren ermöglichen. Wer will, dass Zürich auch künftig floriert, muss ehrlich bleiben: Auch in Zürich beeinflusst die Fiskalpolitik die Standortwahl und damit die wirtschaftliche Dynamik der kommenden Jahre.
Solche Zusammenhänge lassen sich nicht mit Schlagworten erklären. Sie brauchen Fakten, Aufkllärung und Vertrauen. Genau das ist in weiten Teilen gelungen: Ein breites, überparteiliches Komitee aus Politik und Wirtschaft hat sich in den letzten Wochen mit grossem Engagement für ein Ja eingesetzt. An Veranstaltungen, mit Flyern, Erklärvideos und persönlichen Statements wurde aufgezeigt, warum diese Steuervorlage nicht nur den Unternehmen zugutekommt, sondern eine Investition in die Zukunft des gesamten Kantons darstellt.
Die Zürcher Stimmbevölkerung hat frühere nationale Steuervorlagen klar abgelehnt. Umso wichtiger ist nun jede einzelne Stimme. Umfragen deuten auf ein knappes Resultat hin. Deshalb zählt am Sonntag der Gang an die Urne – für die Wirtscha[, für den Standort, für die Zukunftsfähigkeit unseres Kantons. Jetzt gilt es, Nachbarn, Freunde und Familie nochmals zu mobilisieren.
Zürich soll auch in 15 Jahren noch zu den attraktivsten Standorten Europas gehören. Dafür lohnt es sich, heute Verantwortung zu übernehmen.
Benedikt Schmid
Redaktionsteam Forum Winterthur