21.06.2021

Sportverbände sind enttäuscht über den Stadtrat

Im Rahmen seiner Budgetkürzungen hat der Stadtrat die Gratisparkplätze für ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer der Sportvereine ab 2022 gestrichen. Ein Budgetpostulat von SVP, Mitte und FDP, das den Erhalt dieser Parkplätze fordert, hat der Stadtrat nun ebenfalls ablehnend beantwortet. Der Dachverband Winterthurer Sport, die Sportstiftung Winterthur sowie der Panathlon Club Winterthur sind sehr enttäuscht über diese Antwort und bitten die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in einem offenen Brief, dem Budgetpostulat zuzustimmen.

"Wir spüren keine Wertschätzung des Stadtrats für unseren riesigen Einsatz für die Gesellschaft, das soziale Zusammenleben und das ehrenamtliche Engagement für die Kinder und Jugendlichen." Mit dieser Botschaft beginnt ein offener Brief  des Dachverband Winterthurer Sport, der Sportstiftung Winterthur und des Panathlon Club Winterthur an die Winterthurer Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Diese werden im Schreiben aufgefordert, sich für den Sport zu engagieren und dem Budgetpostulat für den "Beibehalt der Gratisparkplätze für Leitende im Sport" zuzustimmen. Aus Sicht der Sportverbände braucht es diese Gratis-Parkplätze weiterhin. Sie halten fest, dass es keinen partei-politischen Grund gebe, dieses Anliegen nicht zu unterstützen. Der Forderung nach dem Erhalt der Gratisparkplätze wird durch die Sportverbände wie folgt begründet:

  • 2014 wehrte sich der DWS bei der Einführung der Parkplatzbewirtschaftung auf Schul- und Sportanlagen gegen die zusätzliche Gebührenbelastung für die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer. Man fand zusammen mit dem Stadtrat auf 2015 hin eine gemeinsame Lösung mit 2 Parkkarten pro gemietete Jahreseinheit. Der DWS sah sein Anliegen erfüllt und verzichtete damals auf einen Rekurs.
  • Die Winterthurer Vereine haben in den vergangenen sechs Jahren eindrücklich bewiesen, dass sie mit der Sonderbehandlung umsichtig umgehen können und nur diejenigen haben Parkkarten bezogen, welche sie auch wirklich benötigten (54% der zur Verfügung gestellten Gratisparkkarten wurden auch tatsächlich bezogen).
  • Der Stadtrat begründet nun seine Regeländerung im laufenden Spiel damit, dass die Bevorzugung «nicht den Verkehrs- und Klima-Zielen der Zukunft» entspreche. Tatsache ist aber, dass es durch den Entscheid des Stadtrates keine Autofahrt mehr oder weniger geben wird, wie bisher.
  • Viele Vereine bekommen vor Ort keine Lagermöglichkeit für Vereinsmaterial. So müssen die meist ehrenamtlich tätigen Trainerinnen und Trainer ihr umfangreiches Sportmaterial selbst zur Trainingsstätte transportieren.
  • Das Sportmaterial der Schule vor Ort dürfen die Vereine nur zum Teil mitbenutzen, weshalb ein Materialtransport oft unumgänglich ist.
  • Viele Trainerinnen und Trainer wechseln samt Material am gleichen Tag zusätzlich zwischen den Hallen resp. Sportplätzen.
  • Der Vereinssport, insbesondere im Junior/innen-Bereich, ist auf die Freiwilligenarbeit angewiesen. Es ist eine grosse Herausforderung, genügend fachlich ausgebildete Trainerinnen und Trainer zu finden, welche mangels fehlender Infrastruktur, sich auch an Randzeiten für die Jugendarbeit engagieren.
  • Der Vereinssport ist in unserer Gesellschaft ein enorm wichtiger Teil der Winterthurer Integrationsarbeit, welche als selbstverständlich angeschaut wird und nicht entsprechend honoriert wird.

"Der Stadtrat will diese versteckte Gebührenerhöhung den Vereinen aufbürden und anstelle einer Wertschätzung die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer bestrafen. Jetzt braucht es die Korrektur des GGR" halten die Sportverbände in ihrem Schreiben fest.

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